Digitalpakt 2.0: Ein Schritt in Richtung digitale Bildungskultur?
Bund und Länder haben sich auf den Digitalpakt 2.0 geeinigt: fünf Milliarden Euro für digitale Infrastruktur, Unterrichtsentwicklung und Lehrkräftequalifizierung. Doch die digitale Transformation endet nicht an der Schultür. Auch die Weiterbildungsbranche – als vierte Säule des Bildungssystems – benötigt dringend einen eigenen Digitalpakt.
Am 18. Dezember 2025 haben Bund und Länder die politische Einigung auf den Digitalpakt 2.0 erzielt. Mit einem Gesamtvolumen von fünf Milliarden Euro und einer Laufzeit bis 2030 soll die Digitalisierung der Schulen in Deutschland entscheidend vorangebracht werden. Der Bund stellt hierfür 2,5 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ bereit.
Was ist neu gegenüber dem DigitalPakt Schule?
Der Digitalpakt 2.0 setzt nicht nur auf technische Ausstattung, sondern verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Drei Handlungsstränge bilden das Fundament:
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Digitale Ausstattung und IT-Infrastruktur: Moderne Hardware, sichere Netze und IT-Administration sollen flächendeckend verfügbar sein.
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Schul- und Unterrichtsentwicklung: Stärkung der digitalen und Medienkompetenz, Weiterentwicklung der Prüfungs- und Aufgabenkultur sowie Förderung einer Kultur der Digitalität.
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Digitales Lehren und Lernen: Qualifizierung von Lehrkräften und Schulleitungen, wissenschaftliche Begleitung und eine zentrale Vernetzungsstelle für den Wissenstransfer.
Ein weiterer Fortschritt: Die Bürokratie wird durch vereinfachte administrative Prozesse reduziert. Statt wie bisher detaillierte Listen einzureichen, können Schulen und Kommunen künftig Pauschalen beantragen.
Zudem soll ein stärkerer Fokus auf länderübergreifende Vorhaben (LüV) gelegt werden. Für gemeinsame Infrastrukturvorhaben reicht künftig nicht mehr die Zusammenarbeit einzelner Länder aus. Stattdessen ist nun eine Mindestbeteiligung von zwölf Ländern erforderlich, um entsprechende Projekte auf den Weg zu bringen.
Wie gelingt eine erfolgreiche Umsetzung?
Damit der Digitalpakt 2.0 seine gewünschte Wirkung entfalten kann, hat Bitkom 10 Punkte für eine schnelle, unbürokratische und zielgerichtete Digitalisierung von Schulen zusammengetragen. Die Forderungen richten sich an Bund, Länder sowie Schulträger und umfassen unter anderem:
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Schnelle Unterzeichnung der Verwaltungsvereinbarung sowie zügiger Erlass von Förderrichtlinien der Länder,
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Einheitliche Verfahren und eine digitale Antragsplattform,
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Förderung innovativer Technologien und praxisnaher Lösungen, die neben der einmaligen Anschaffung auch den Weiterbetrieb umfassen,
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Transparenz durch frühzeitige Begleitforschung und ein Online-Dashboard sowie
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Sicherstellung der langfristigen und verlässlichen Finanzierung über 2030 hinaus.
Warum wir jetzt auch über Weiterbildung sprechen müssen
Die digitale Transformation endet nicht in der Schule. Als vierte Säule des Bildungssystems ist Berufliche Weiterbildung ein Schlüssel für erfolgreiche Fachkräftesicherung und Teilhabe. Der Bildungsverband (BBB) und seine Mitgliedsunternehmen fordern daher die Umsetzung des im Koalitionsvertrag von Union und SPD angekündigten Digitalpakts Weiterbildung. Das am 19. September 2025 veröffentlichte Papier umfasst dabei folgende zentrale Forderungen für die Weiterbildungsbranche:
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Staatliche Unterstützung und Finanzierung – etwa durch eine verlässliche Kofinanzierung, die auch kleine und gemeinnützige Träger einbindet,
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Digitale Infrastruktur und Schnittstellen – inklusive Förderung offener Standards, Open Source und moderner Kommunikationswege,
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Personalqualifizierung und Didaktik – mit einer Qualifizierungsoffensive für Lehrende und innovativen Lernformaten sowie
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Gesellschaftliche Verantwortung – mit verbindlichen Schwerpunkten für Medien-, KI- und Informationskompetenz.
Nur wenn die Bundesregierung die gesamte Bildungskette in den Blick nimmt, gelingt die digitale Transformation nachhaltig – von der Schule bis zur Weiterbildung!