Bildungsträgertreffen 2026: Zusammenarbeit stärken, Digitalisierung voranbringen

Beim Bildungsträgertreffen der BA in Nürnberg standen aktuelle Entwicklungen der Arbeitsförderung und der Austausch im Fokus. Die DAA-Stiftung gewann wichtige Impulse für die Zusammenarbeit.

 

Dialog auf Augenhöhe als zentrale Grundlage

Das diesjährige Bildungsträgertreffen der Bundesagentur für Arbeit (BA) am 21. April 2026 machte erneut deutlich, wie wichtig der enge Austausch zwischen Arbeitsverwaltung und Bildungsträgern ist. In ihrer Begrüßung betonte Dr. Regine Schmalhorst die Rolle der Träger als zentrale Partner vor Ort – ein Anspruch, der sich auch im offenen Dialogformat der Veranstaltung widerspiegelte.

Die DAA-Stiftung war gemeinsam mit Vertreter*innen aus dem Stiftungsverbund vor Ort und brachte praxisnahe Perspektiven in die Diskussion ein. Neben der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) waren auch die Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Dienste (GGSD) und das VHS-Bildungswerk vertreten.

 

Entwicklungen in der aktiven Arbeitsförderung

Die inhaltlichen Impulse der BA verdeutlichten zentrale Trends in der aktiven Arbeitsmarktpolitik. So stiegen die verfügbaren Haushaltsmittel sowohl im SGB II als auch im SGB III weiter an, wobei insbesondere auf den Anstieg der Beschäftigtenqualifizierung hingewiesen wurde. Gleichzeitig zeigt sich ein differenziertes Bild bei der Inanspruchnahme von Förderleistungen: Während auch hier insbesondere die Beschäftigtenqualifizierung erheblich an Bedeutung gewonnen hat, sind die Teilnehmendenzahlen anderer Maßnahmen – etwa zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung – seit 2021 stark rückläufig.

Diskutiert wurde zudem das SGB II-Änderungsgesetz und die damit verbundenen Rechtsänderungen bei den Förderleistungen – etwa im §16e SGB II – und die Auswirkungen auf den Fördereinsatz.

 

Vier Themeninseln als Herzstück des Austauschs

Ein zentrales Element der Veranstaltung waren vier Themeninseln, in denen die Teilnehmenden in kleineren Gruppen gezielt einzelne Fragestellungen vertiefen konnten. Dieses Format ermöglichte einen besonders intensiven fachlichen Austausch und bot Raum für konkrete Rückmeldungen aus der Praxis.

Diskutiert wurden unter anderem:

  • Förderinstrumente für junge Menschen
  • Weiterentwicklung von „mein NOW“
  • Aktualisierung der Fachlichen Weisung zur Kostenzustimmung und
  • Trägerportal „PIT“

 

Digitalisierung und Bürokratieabbau: Projekt PIT

Ein zentrales Zukunftsvorhaben ist das geplante Trägerportal „PIT“ (Portalzugang und Informationsaustausch mit Trägern). Ziel ist ein digitaler, rechtskreisübergreifender Zugang, über den Kommunikation und Dokumentenaustausch künftig effizienter und medienbruchfrei organisiert werden sollen. Das Portal befindet sich derzeit noch in der Projektdefinitionsphase (PDP) und könnte ab 2027 schrittweise umgesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist jedoch die erfolgreiche Projektgenehmigung und damit verbundene Ressourcenentscheidungen. Ob und in welcher Form das Projekt tatsächlich realisiert wird, bleibt daher derzeit noch offen.

Besonders bemerkenswert war für uns die spontane Ankündigung einer frühzeitigen Trägerbeteiligung durch die BA. Auf Anregung der Teilnehmenden wurde im Nachgang der Veranstaltung bereits die Möglichkeit geschaffen, Interesse an einer geplanten Anwendereinbindung zu bekunden. Gleichzeitig ist bislang unklar, in welcher Form, mit welchem Umfang und nach welchen Kriterien diese Einbindung erfolgen soll. Wünschenswert wäre, dass die BA ihren partnerschaftlichen Ansatz beibehält und die Perspektiven der Träger frühzeitig und substantiell in die weiteren Projektplanungen einbezieht.

 

Fazit: Kooperation als Schlüssel für wirksame Arbeitsförderung

Das Bildungsträgertreffen 2026 zeigt: Die Weiterentwicklung der Arbeitsförderung gelingt nur im engen Zusammenspiel von Arbeitsverwaltung und Bildungsträgern. Digitalisierung, zielgerichtete Förderinstrumente und transparente Prozesse sind dabei zentrale Hebel für eine moderne und wirksame Förderpraxis. Entscheidend wird sein, Beteiligung verbindlich auszugestalten und die Praxiserfahrungen der Träger frühzeitig in Veränderungsprozesse einzubinden. Gelingt dies, bietet die aktuelle Entwicklung die Chance, Zusammenarbeit und Verwaltungsmodernisierung nachhaltig zu stärken.

 

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